Man stellt sich die biologischen Landwirtschaft ja immer sehr romantisch vor: Glückliche Bauernfamilien, die auf malerischen Almweiden ohne neumodische Maschinen und Technik gesunde und nachhaltige Lebensmittel produzieren. Das ist natürlich ein Zerrbild. In der Realität ist die Produktion und der Vertrieb biologischer Lebensmittel heutzutage ein Prozess, der ohne moderne Technik nicht auskommt. Wer sich die Bezeichnung “bio” für seine Produkte verdienen will, muss eine ganze Reihe von Richtlinien einhalten. Die können aber ganz unterschiedlich sein, je nach dem welches Bio-Siegel man sich verdienen möchte. Bei manchen Bio-Produkten ist beispielsweise der Einsatz von Kupfer (das Wasser und Boden vergiften kann) als Pflanzenschutzmittel verboten, bei anderen aber erlaubt. Manchmal ist es erlaubt, Knochenmehl als Dünger zu verwenden und manchmal nicht. Einige Bio-Siegel schreiben vor, dass 100% der Zutaten biologisch produziert werden müssen, bei manchen reicht auch weniger.

Klassifizierung aus dem All. Hellgrün sind Felder, auf denen biologische Landwirtschaft betrieben wird, konventionelle Landwirtschaft ist dunkelgrün dargestellt (Bild: VISTA)
Dass sich eine Raumfahrtagentur mit biologischer Landwirtschaft beschäftigt, mag seltsam klingen. Aber die vielen Satelliten im Weltall sind genau das, was man braucht, um auf einen Blick eine Übersicht zu bekommen, was da so alles wächst. Denn Satelliten sind nicht nur dazu da, die Sterne und fremde Planeten zu beobachten. Viele von ihnen richten ihre Kameras zurück auf die Erde, um dort die Atmosphäre, die Ozeane oder die Vegetation zu untersuchen. Natürlich sind auch Meteorologen an hochauflösenden Bildern der Erde interessiert, um das Wetter vorherzusagen zu können, und Städteplaner nutzen die Satellitenbilder, um einen Überblick über die aktuelle Bebauungssituation zu bekommen. Solche Bilder macht zum Beispiel der Satellit SPOT-4. Er wurde von der französischen Weltraumagentur 1998 ins All geschossen und kann aus 822 Kilometer Höhe Bilder mit einer Auflösung von 8 Metern machen. Der Satellit WorldView-2, der der Firma Ball Aerospace gehört und seit 2009 im All ist, schafft sogar eine Auflösung von nur noch 50 Zentimetern. Bilder von SPOT-4 und WorldView-2 wurden gemeinsam mit weiteren Aufnahmen der Satelliten Kompsat-2, Landsat-5 und Proba nun benutzt um biologisch angebautes Getreide vom All aus zu zertifizieren.

Aufnahmen in verschiedenen Wellenlängenbereichen und zu verschiedenen Zeitpunkten. Unterschiedliche Sorten reifen zu unterschiedlichen Zeiten, die Felder erscheinen deswegen mal hell und mal dunkel (Bild: VISTA)
Man hat dabei auf verschiedenste Indikatoren geachtet. Die Kameras im All sind in der Lage, Bilder in verschiedenen Wellenlängenbereichen aufzunehmen und je nachdem um welche Pflanzensorte es sich handelt, erscheinen die Felder hier leicht unterschiedlich. Es ist natürlich auch leicht möglich zu erkennen, wann ein Feld brach liegt, wann die ersten Pflanzen zu wachsen beginnen, wie schnell sie wachsen und wie viel Ertrag sie liefern werden. Das alles sind Parameter, um entscheiden zu können, ob es sich um konventionelle oder biologische Landwirtschaft handelt. In den bisherigen Tests konnte man bei der Unterscheidung je nach Pflanzenart eine Genauigkeit von 80 bis 100 Prozent erreichen. Wenn auch weitere Testläufe erfolgreich sind, dann soll diese Technik in Zukunft tatsächlich bei der Zertifizierung biologischer Produkte eingesetzt werden. Wer demnächst also im Supermarkt ein Bio-Siegel sieht, der sollte sich nicht nur die romantischen Almwiesen vorstellen sondern vielleicht auch einen Satelliten, der darüber hinweg fliegt und von oben aus darauf achtet, dass unten am Boden alles nach Vorschrift läuft.








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Der Multikoper ist ja cool.
Schön, dass man die Regelungstechnik so interessant umsetzen kann.
Im Modellbau gibt es die Quadrocopter ja schon lange, aber so ein Gerät zum “Selbereinsetzen” hat schon ‘was .
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