Thema der Woche: Über Gentechnik debattieren

“Im Sommer ist Schluss mit Hightech im niedersächsischen Biounterricht” heisst es auf Spiegel online zur Beendigung des Projekts HannoverGEN. Laut Koalitionsvertrag der neuen rot-grünen Landesregierung in Niedersachsen wird dieses Schulprojekt eingestellt.

Worum geht es? Laut offizieller Projektbeschreibung “können Schülerinnen und Schüler unter professioneller Anleitung selbständig biotechnologische Experimente durchführen und sie mit Unterrichtsinhalten unter Einbeziehung ethischer Aspekte verknüpfen.” Dazu gibt es speziell ausgestattete HannoverGEN-Schullabore. Emanuel Wyler, Wissenschaftler am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, kommentiert in seinem Blog: “Auch ich verwende genau das, was die Schülerinnen und Schüler da lernen, in meiner täglichen Arbeit in der biologischen Grundlagenforschung in einem Institut der Helmholtz-Gemeinschaft.”

Stellvertretend für die Schüler und Schülerinnen, die mit HannoverGEN gern weiterlernen würden, zitiert Spiegel Online den Facebookeintrag eines Schülers: “Es ist ja nicht so, dass uns gezeigt wird, was man mit Gentechnologie alles ‘tolles’ machen kann, uns wird lediglich gezeigt, WAS Gentechnik überhaupt ist.”

Lars Fischer sieht in der Einstellung von HannoverGEN einen “Sieg für die Fundamentalisten” und Florian Freistetter erwartete eine breite Diskussion in den Medien. Er selbst erhielt prompt 100 Kommentare zu seinem eigenen Beitrag.

Nun seien die “Kommentarstränge wieder voll von Menschen, die aneinander vorbei reden”, kommentiert Scilogger Martin Ballaschk die Debatte. In einem Gastbeitrag lässt er Christian Dürnberger, Ethiker am TTN-Institut der LMU München, zu Wort kommen: “In hitzigen Debatten werden oftmals – ob gewollt oder ungewollt – Argumentationsfehler begangen. Und zwar auf beiden Seiten”, schreibt er. Anhand der laufenden Gentechnikdebatte zeigt Dürnberger, welche Argumente aus seiner Sicht nicht weiterhelfen. Allen, die sich ein “eigenständiges, ethisch fundiertes Urteil zu konkreten Szenarien moderner Pflanzenforschung” bilden möchten, empfiehlt er das Portal Pflanzen-Forschung-Ethik.de.

Comic-Helden gegen den Klimawandel

Auf eine Alternative zum klassischen 400-Seiten-Wälzer zu den Ergebnissen des Wissenschaftlichen Beirats globale Umweltveränderungen (WBGU) weist Stefan Rahmstorf hin: Es gibt einen Comic zum Klimawandel, der sich mit den Ergebnisse des Beirats beschäftigt.

Eine Frage der Konzentration

Bisphenol A (BPA) ist ein Stoff, der in vielen Produkten aus Kunststoff enthalten ist. Er soll für Gesundheitsprobleme wie Übergewicht, Diabetes und Entwicklungsstörungen verantwortlich sein. Studien, die das belegen sollen, verwendeten bei ihren Tierversuchen möglicherweise viel zu hohe Konzentrationen von Bisphenol A. Um herauszufinden, wie groß die BPA-Konzentration beim Menschen ist, verwendete man teilweise Medizintechnik, die den Stoff selbst enthält und in kleinen Mengen absondert – so soll es zur Verzerrung gekommen sein. Weil es bei Giftstoffen immer auf die Dosis kommt, stehen wir daher laut Lars Fischer vor folgenden Fragen: Man müsse “die tatsächlich aufgenommenen Mengen kennen, damit wir überhaupt wissen, worüber wir da reden. Und dass wir das tun, ist absolut nicht klar”.

Mit Homöopathie gegen die Sechs in Chemie

Eine Schülerin kommt mit einer Sechs in Chemie nach Hause. Gegen den Schock ihrer Eltern helfe auch Homöopathie, sagt sie. Das ist der Inhalt des Werbespots einer Krankenkasse,. “An Selbstironie nicht zu überbieten” spottet Christian Reinboth.

Kürzer warten am Flughafen

Wie sieht ein Flughafen aus, der Passagiere weniger lange warten lässt? Das fragte sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen mit europäischen Partnern. Wie wäre es zum Beispiel, wenn ein Passagier bereits mit dem Kauf seines Tickets eingecheckt ist? Auch Änderungen bei der Abwicklung des Gepäcks könnten helfen. Wie sinnvoll einzelne Maßnahmen sind, haben die Forscher in Computersimulationen erprobt.

Innovation durch Open Access

Open Access, also der freie Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen im Internet, führt zu mehr Wettbewerb und zu einer verstärkten Erschließung der Potenziale des Internets bei der Verbreitung von Wissen”, sagt die „Expertenkommission für Forschung und Innovation“, die seit 2006 die Bundesregierung berät. Ein “erfreuliches” Urteil, so Heinz Pampel, der in einem Open-Access-Projekt der Helmholtz-Gemeinschaft arbeitet.

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