Thema der Woche: “Supersturm Sandy”

Ein Satellitenfoto von "Sandy" beim Eintreffen an der US-amerikanischen Ostküste (Foto: NOAA/NASA GOES Project, CC BY 2.0)

“Supersturm Sandy” war nicht nur in Wissenschaftsblogs das Thema der Woche. Der Wirbelsturm nahm seinen Weg von der Karibik zur Ostküste der USA wie die zoombare Karte vom “Guardian Data-Blog” illustriert. Über 100 Menschen starben, Millionen waren zeitweise ohne Strom, die Schäden liegen im Milliardenbereich.

Hängt ein derartiges, extremes Wetter mit dem Klimawandel zusammen? Stefan Rahmstorf (“Klimalounge”) gibt einen guten Überblick zu Forschungsarbeiten in diesem Kontext, z. B. ob sich Sturmfluten durch den Anstieg des Meeresspiegels verschlimmern. Lars Fischer erklärt, warum gerade “Sandy” so große Schäden anrichten konnte: Ein “meteorologischer Sonderfall”.

Einer der den Sturm miterlebt hat, ist der Scienceblogger Jürgen Schönstein. Er lehrt am MIT und berichtet von der “(Un)ruhe vor dem Sturm” und seinem wackelnden Haus. Zum Zusammenhang von Sturm und Klimawandel betont er: “Ein Sturm ist immer ein Wetterereignis. Nicht das Klima – gewandelt oder nicht – hat den Sturm verursacht, sondern die Wetterbedingungen. Auf längere Sicht wird sich zeigen, ob die Neigung des Wetters, solche Stürme zu produzieren, nun zugenommen hat (ich fürchte ja)”.

 

Das Hochstapler-Syndrom in der Wissenschaft, Blogs und Desertec

28.10.2012 | Florian Freistetter, Astrodicticum Simplex

Felix Baumgartners Stratosphärensprung beschert ihm Medien-Aufmerksamkeit und der Extremsportler bleibt nicht nur beim Thema Sport. In einem Interview plädiert er für eine Einstellung der Weltraumforschung und zieht „gemäßigte Diktaturen“ einer Demokratie vor. Florian Freistetter kommentiert: „Was Wissenschaft und Politik angeht, sollte er vielleicht mit seinen Aussagen ein bisschen vorsichtiger sein. Sonst könnte er seine Fans vielleicht genauso schnell wieder verlieren, wie er sie gewonnen hat.“

28.10.2012 | Marc Scheloske, Wissenschafts-Café

Dass es auch jenseits von Blogportalen ausgezeichnete Wissenschaftsblogs gibt, steht außer Frage. Sie lassen sich oft nur schwer finden. Das Wissenschafts-Café sollte einst Anlaufsstelle für die breitgefächerte Blogosphäre werden. Da viele der dort gelisteten Blogs heute inaktiv sind und etliche Blogs fehlen, nimmt Marc Scheloske einen neuen Anlauf: Er ruft dazu auf, neue Wissenschaftsblogs anzumelden und hat sich als Ziel 30 bis 40 neue Einträge bis Jahresende gesetzt.

31.10.2012 | Markus Balser, Sueddeutsche.de

Es soll Bewegung kommen in das Projekt Desertec, auch wenn Siemens aus dem Projekt zum Jahresende aussteigen wird, was für Joachim Wille von Klimaretter.info kein gutes Zeichen ist. Die geplanten solarthermischen Kraftwerke in Nordafrika könnten ihren Beitrag leisten für einen höhreren Anteil Erneuerbarer Energien in Europa – auf politischer Ebene wird das Projekt forciert, wie die SZ berichtet. Im Forschungsblog gibt es eine Energieserie zu dem Thema Erneuerbare Energien. Zu dem auch bei Desertec geplanten thermischen Solarkraftwerk mit Parabolspiegeln zeigt ein Artikel, wie sie mehr Energie bei weniger Bodenverbrauch erzeugen, wenn sie nach dem Vorbild von Sonnenblumen gebaut werden.

01.11.2012 | Sibylle Anderl, FAZ Blog Planckton 

In einem Blog-Artikel outete sich im September ein Astronomie-Professor vom California Institute of Technology als Betroffener des Impostor Syndrome, des Hochstapler Syndroms. Dazu gehört „ständige Angst, schließlich irgendwann aufzufliegen, wenn herauskommt, dass man in Wirklichkeit gar nicht so schlau ist, wie alle denken,“ fasst Sybille Anderl zusammen. Der eigene Erfolg wird als ein Produkt von „Glück, Fleiß oder der Manipulation anderer” gesehen. Forschung dazu gibt es seit den 70er Jahren. Studentinnen sind dafür anfälliger als Studenten und verhalten sich anders. Unsicherheit ist auch ein Grund für die oft zu komplizierte Wissenschaftssprache von Studierenden und Wissenschaftlern: „Oft haben sie nur Angst davor, verstanden zu werden.“.

In den Kommentaren könnt ihr gern eure Links zu interessanten Artikeln posten.