Thema der Woche: Milliarden für die Forschung

Computersimulierte Neuronen-Netzwerke (Foto: © EPFL/Blue Brain Project)

“Was würden Sie mit einem Etat von einer Milliarde erforschen?”, fragte die Europäische Union vor drei Jahren: Anwendungen für den neuen Werkstoff Graphen und eine Computersimulation unseres Gehirns waren zwei der Antworten. Die Großprojekte werden nun mit bis zu 1 Milliarde Euro innerhalb der nächsten zehn Jahre gefördert.

Viele kritisieren die gigantische Förderung durch die Europäische Union: “Niemand hat mir bisher erklären können, warum es eine gute Idee ist, 3.000 gute Projekte durch ein einziges zu ersetzen”, erklärt der Neurowissenschaftler Peter König. Andere sind überzeugter: Scilogger Sebastian Reusch kommentiert auf Twitter: “Größenwahn gehört dazu. Ich find’s super!”

Um “das große Ganze” zu erkennen, müsse man die vielen Studien über das menschliche Gehirn zusammenbringen, so Henry Markram, Projektleiter des “Human Brain Project”. Im Interview mit dem “Tagesanzeiger” schildert Markram das Forschungsinteresse und relativiert die hohe Fördersumme: “Schauen Sie, weltweit kosten Gehirnerkrankungen 800 Milliarden Euro jährlich. Wir brauchen eine Strategie, um Erkrankungen wie Alzheimer, Depressionen oder Angstzustände zu lokalisieren. Wir wollen das Hirn verstehen und die Ursache der Erkrankung. Es geht nicht darum, dass irgendein magisches Superhirn da draussen Sie kontrolliert”.

Scilogger Helmut Wicht weist darauf hin, dass 123 unabhängige Institutionen am “Human Brain Project” beteiligt sind: “Die Herausforderung wird also ebensowohl in der Simulation der Interaktion von 100 Milliarden Nervenzellen eines Gehirnes liegen, als auch in der Koordination der Interaktion dieser vielen Projektpartner.”

Klimawandel kommunizieren

Kann Wissenschaftskommunikation informieren und aufklären, wenn die Einstellung der Öffentlichkeit zum Klimawandel vom politischen Standpunkt und dem gerade aktuellen Wetter abhängt? Das fragt sich Alexander Gerber. Ein Kommentator reagiert auf Gerbers Frage nach der allgemeinen wissenschaftlichen Grundbildung: “Letztendlich bin als Laie darauf angewiesen, dass die ‘richtige’ Ansicht in der Öffentlichkeit das Übergewicht gewinnt.” Niemand habe bei jedem Thema genug Detailwissen, um selbst die Argumente im wissenschaftlichen Diskurs zu prüfen. Das gilt besonders für den Klimawandel, nachdem dort besonders viele Faktoren eine Rolle spielen.

Forschung reproduzieren

Dass Reproduzierbarkeit ein wichtiges Kriterium für Wissenschaftlichkeit ist lernen Studierende spätestens im Methoden-Modul ihres Studiengangs. Längst nicht alle veröffentlichten Forschungsergebnisse sind reproduzierbar, was “grundsätzliche Fragen zum Forschungsbetrieb” aufwirft. Scilogs thematisiert das Problem mit einer Serie..

“Die nächste industrielle Revolution?”

3D-Drucker gibt es seit 30 Jahren. Weil sie immer billiger, schneller und damit praktikabler werden, sind sie zunehmend Thema in der Öffentlichkeit. In ganz verschiedenen Gebieten könnte generative Fertigung zum Einsatz kommen. Sind 3D-Drucker “die nächste industrielle Revolution?”, fragt Deutschlandradio Kultur in einem Schwerpunktthema und lässt Befürworter und Kritiker zu Wort kommen.

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