Thema der Woche: Klimawandel. Alles nur erfunden?

Grönlandeis

Grönland (Foto: Christine Zenino, CC BY 2.0)


Jahrelang war es ein Rätsel, weshalb die Eisfläche am Südpol wächst, während sie am Nordpol schrumpft. Jetzt ist klar, dass dieser antarktische Sonderfall die globale Erwärmung nicht in Frage stellt. Es ist auf die Winde und Ozeanströme in der Region zurückzuführen. Sie isolieren die Antarktis vom Rest der Welt und trotzdem beeinflusst die Antarktis die globalen Windströme.

Anders als gedacht wirkt sich das rapide schmelzende Eis der Arktis auf den Meeresspiegel aus: Es landet nicht komplett im Meer. Lars Fischer erklärt, wie poröse Schneeschichten in Grönland Schmelzwasser im großen Ausmaß speichern. Dabei wird das Wasser wieder zu Eis und setzt beträchtliche Mengen an Energie frei. Die Speicherkapazität der obersten Schneeschichten ist enorm: Im Innern des Eissschildes könnte nach Rechnung von Lars Fischer die Energie gespeichert werden, die knapp sechzigtausend Hiroshima-Explosionen entspricht. Was das bedeuten kann ist unklar. Dass ein höherer Meerwasserspiegel die Sturmflut eines Hurrikans verschlimmern kann, war bereits Thema der Woche.

Auf der UNO-Klimakonferenz in Doha wurde bekannt gegeben, dass 2011 so viel CO2 ausgestoßen wurde wie noch nie zuvor: 34 Milliarden Tonnen Kohlendioxid. Wie sich auftauende Permafrostböden auf unser Klima auswirken und was sie mit CO2 zu tun haben, erklärt Polarforscher Hugues Lantuit im Interview.

In einem viel beachteten Artikel im Rolling Stone – über 5.000 Kommentare und 120.000 Likes auf Facebook – hat der Klimaaktivist Bill Mc Kibben ausgerechnet, was der Klimawandel kosten wird, wenn alles weitergeht wie bislang. Die große Resonanz ist sicher ein Grund, dass der Beitrag auf deutsch erscheint.

Noch immer gibt es Menschen, die den Klimawandel für eine Erfindung halten. Einige von ihnen sitzen im Wissenschaftsausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses.

Homöopathie,Planet ohne Stern, E-Learning und ORCID


Homöopathen ohne Grenzen

Schon letzte Woche war die Homöopathie Thema im Wochenrückblick und es bleibt aktuell: Auslöser ist das Buch
“Die Homöopathie Lüge.” Florian Freistetter hat es in seinem Blog ausführlich rezensiert. Er stellt fest: “Wie kaum ein anderes pseudowissenschaftliches Konzept hat es die Homöopathie geschafft, tief in die Gesellschaft und vor allem die Wissenschaft einzudringen.” Dass mit Homöopathie Krebs oder Aids geheilt werden können, glauben die wenigsten. Die “Homöopathen ohne Grenzen” schon. Über die Gemeinnützigkeit dieses Vereins ärgert sich Scilogger Martin Ballaschk.

Allein unterwegs

“Obwohl die Existenz solcher sehr kalten und sehr jungen Planeten in der Theorie bereits klar war, wurde bis heute noch keiner beobachtet”, sagt Étienne Artigau von der Université de Montréal (UdeM). Diese Beobachtung ist dem französischen Forscherteam um Philippe Delorme wahrscheinlich gelungen. Sie waren ursprünglich auf der Suche nach braunen Zwergen. Möglich wurde die Entdeckung mit einer neuen Generation von Instrumenten.

Lernen im Netz

Kostenlose E-Learning-Angebote und die Open Access Bewegung beeinflussen nicht nur etablierte Fachjournale. Sie erweisen sich in ärmeren Ländern zunehmend als ernstzunehmender Konkurrent für Universitäten.

Lebenslänglich

Je mehr Veröffentlichungen und Verweise, desto größer ist die Reputation. Das wissen Wissenschaflter und Wissenschaftlerinnen. ORCID will dafür sorgen, dass niemand mehr verwechselt wird. Wer sich anmeldet, bekommt eine lebenslang gültige Identifikationsnummer. Ziel ist es, “zwischen all diesen verschiedenen Datenbanken zu verlinken und eine Person überall erkennbar zu machen.” Für unseren Blog-Autor Joachim Storsberg ist das auch interessant, weil es Arbeit sparen würde. “Einfach ORCID angeben und der Adressat kann mit einem Klick die Publikationslisten sehen und nachprüfen.” Das Angebot richtet sich übrigens an alle, “die Wissenschaft erzeugen, und die Definition ist weit gefasst und beinhaltet sicher auch Wissenschaftsblogs.”

In den Kommentaren könnt ihr gern eure Links zu interessanten Artikeln posten.