Thema der Woche: Hochwasser

Besonders betroffen vom Hochwasser: die Passauer Altstadt (Foto: Stefan Penninger, CC BY SA 2.0)

Das Hochwasser dominierte in den letzten Tagen die Nachrichten und den Alltag vieler. Ähnlich war es in der Wissenschaftscommunity: Woher kommt die Flut? Gibt es einen Zusammenhang zum Klimawandel ? Wie lassen sich zukünftige Hochwasser-Katastrophen verhindern? Das waren die Fragen, die im Mittelpunkt standen.

Das ganze Ausmaß des Hochwassers zeigt der Blick vom All aus. Florian Freistetter zeigt den Überblick in seinem Artikel: Der Boden war so feucht, dass das neue Regenwasser vielerorts nicht mehr versickern konnte. Von den Flüssen und ihren Rekordpegeln gibt es hier weitere eindrucksvolle Bilder aus dem All. “Von verpassten Chancen” im Datenjournalismus spricht Lorenz Matzat von Open Data City: Die zur Verfügung stehenden Daten hätten weitreichendere Visualisierungen des Hochwassers ermöglicht.

Hängt die Flut mit dem Klimawandel zusammen? “Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster”, beginnt Lars Fischer seinen Artikel dazu, “und sage voraus, dass Flusshochwasser wie 2002 und dieses Jahr in Zukunft häufiger werden, und das hat sehr direkt etwas mit dem Klimawandel zu tun”. Klimaforscher wie Stefan Rahmstorf äußern sich zurückhaltender, beobachten aber eine Zunahme von Extremwetterereignissen. “Eine globale Zunahme der Hochwassergefahr halte ich aus einfachen physikalischen Erwägungen für sehr plausibel”, kommentiert Rahmstorf im Blog Klimalounge. Weniger belastbar ist seiner Meinung nach eine Vorhersage, welche Regionen in Zukunft besonders von Hochwasser betroffen sein werden.

Ihre eigenen Hochwassererfahrungen schildert Annelie Wendeberg auf Scilogs und hofft, dass die unabhängigen Info-Knotenpunkte z. B. auf Facebook von Politikern und Umweltwissenschaftlern auch in Zukunft genutzt werden.

“Technischer und naturnaher Hochwasserschutz dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssten einander ergänzen”, sind sich Experten einig. Ohne den Sylvensteinspeicher beispielsweise stünde das Wasser der Isar am Marienplatz in München, erinnert Wasserbau-Professor Jürgen Stamm vor dem Hintergrund der häufigen Kritik an technischen Schutzmaßnahmen. Es gibt also nicht die Lösung, sondern viele Möglichkeiten, die Auswirkungen zukünftiger Fluten zu mindern.

Chemie beim Lindau Meeting

In rund zwei Wochen startet das Lindau Nobel Laureate Meeting mit dem Schwerpunktthema Chemie. 34 Nobelpreisträger und eine Nobelpreisträgerin treffen dort zwei Wochen lang über 600 Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen aus 80 Ländern. Beatrice Lugger startet die begleitende Berichterstattung auf dem Lindau Blog. Erste inhaltliche Beiträge gibt es bereits: Lars Fischer betont wie sehr Entdeckungen des Fachs unseren Alltag prägen, und Sebastian Reusch betont: “jedes Treffen zeigt auch, wie eng die verschiedenen Naturwissenschaften miteinander verbunden sind. Grenzen zu ziehen, wäre Unsinn. Und das macht diese Tagung sicher nicht.”

Google-Glass: Ein Werkzeug für Stalker?

Google bannt alle Apps für die Datenbrille Glass, die Gesichtserkennung benötigen. Weshalb? Aus Datenschutzgründen. In der öffentlichen Diskussion dominiere die Meinung, eine Datenbrille mit Gesichtserkennung sei ein Werkzeug für “creeps and stalkers”, so David Talbot von Technology Review. Dabei werden seiner Auffassung nach wichtige Innovationen verhindert wie zum Beispiel sofort verfügbare, individuelle Patientendaten für Ärzte und Ärztinnen im Krankenhaus via Datenbrille.

#ScienceTweetup

Bei der langen Nacht der Wissenschaft konnten 20 Twitter-Follower der Helmholtz-Gesellschaft live Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen treffen. Henning Krause fasst die Ergebnisse dieses ersten #ScienceTweetup zusammen.

Bis hierhin durchgehalten?

Robotergesetze-Blogger Boris Hänßler verweist auf einen Slate-Artikel zu dem typischen Leseverhalten im Internet. Das Ergebnis: Obwohl die Werte von Seite zu Seite schwanken, ist es recht wahrscheinlich, dass ein Großteil von Ihnen die Frage “Bis hierhin durchgehalten?” nicht mehr gesehen hat.

In den Kommentaren könnt ihr gern eure Links zu interessanten Artikeln posten.

1 Antwort

  1. Danke für nette information.. Macht weiter soo. LG.