Thema der Woche: Frauen


“Der Löwenanteil derer, die im Netz etwas starten und machen, sind junge, weiße Männer. Und der Großteil von denen wiederum stammt aus den USA, …vor allem aber aus dem Silicon Valley in Kalifornien.” Dass sich das Internet überwiegend entlang der Erfahrungen von männlichen, weißen Geeks aus den USA entwickelt, beschreibt Miriam Meckel im vielkommentierten TAZ-Artikel. Die gut ausgebildeten Macher sind “engagiert und kreativ… (tolerieren) aber abweichende Meinungen kaum…” Frauen haben keine Lust “auf diese Spielchen.” Was damit gemeint sein könnte und was dahinter steckt, dass Frauen nicht oder nur in geringer Anzahl in Führungspositionen kommen, fragen sich auch die IT-Unternehmen Infineon und Microsoft. Eine gerade veröffentlichte Fraunhofer-Studie gibt Antworten und analysiert dazu die unterschiedlichen Unternehmenskulturen. “Nicht alle Lösungen funktionieren bei allen gleich gut,” sagt die wissenschaftliche Leiterin Martina Schraudner.

Wie Sprache Frauen außen vor lässt, erklärt der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch ausführlich in seinem Beitrag zum generischen Maskulinum. Kreativ haben sich viele Twitterer mit dem Thema beschäftigt: Noch bis zum 26. November wird unter #inWoche mit dem generischen Femininum experimentiert. Übrigens – ob ein User auf Twitter männlich oder weiblich ist, erkennen Algorithmen der Plattform mit einer Treffsicherheit von 90 Prozent. Wie? Es liegt unter anderem daran, dass sie Sprache unterschiedlich verwenden.

Warum Analphabetinnen, die in dem indischen Ausbildungsprojekt zu Solar-Ingenieurinnen ausgebildet werden, mit mehr Geduld arbeiten und nicht sofort wegziehen, “um ihre neu erworbenen Kenntnisse in der nächsten Stadt lukrativer zu vermarkten,” ist schwer zu sagen. Jürgen Schönstein nimmt “das jetzt einfach mal hin” und beschreibt das Projekt.

Weitere Themen

Michael Blume, Natur des Glaubens | Christian Schüle, Zeit Online

Sterben ist menschlich

Das Thema der Themenwoche der ARD wurde von vielen aufgegriffen: Der Tod ist nach langer Verdrängung wieder in der Gesellschaft angekommen, heißt es auf “Zeit Online”. Dass “Sterben evolutionär adaptiv” ist und sich daher “bei allen komplexeren Lebensformen durchgesetzt” hat, beschäftigt Michael Blume. Er betont, dass die Antworten auf das “Warum” religionsgeschichtlich betrachtet ganz anders aussehen.

Gegen Verdummung

“Schlauheit ist ein evolutionärer Vorteil der Menschheit”, so startet der Blogbeitrag von Trota von Berlin auf Scilogs über die Intelligenz der Menschen. Er bezieht sich auf die These des Genetikers Cerald Crabtree, nach der die Menschen immer dümmer werden: Der Überfluss in den Industriegesellschaften verhindere eine natürliche Selektion. Der Entwicklungsbiologe und Genetiker von der Stanford University sieht in der Gentechnik einen Ausweg. Deshalb beendet Trota von Berlin ihren Artikel mit der Frage “Was hätte bloß Hippokrates dazu gesagt?”

Gegen Pseudowissenschaft

Als Shi-min Fang 1998 nach seinem Studium nach China zurückkehrte, war er geschockt von “Pseudowissenschaft, Aberglaube und wissenschaftlichem Fehlverhalten.” Er startete auf seiner Webseite “New Threads” den Kampf dagegen. Dafür erhielt er in diesem Jahr den “Maddox”-Preis vom “Nature”-Magazin und “Sense About Science”. Im Interview mit dem “New Scientist” erklärt Shi-min Fang, warum Betrug in der Wissenschaft in China ein großes Problem ist.

Ausgezeichnet

Florian Freistetter erhält den IQ Preis 2012 vom “Verein für Hochbegabte,” der Mensa heisst. Begründung: Er hat sich “in besonderem Maße in Deutschland mit einer intelligenten Idee um das Wohl der Allgemeinheit, um die Förderung oder Erforschung der menschlichen Intelligenz oder um die positive Wahrnehmung von Intelligenz in der Öffentlichkeit verdient gemacht.” Auch wenn damit nicht seine Arbeit für das Forschungsblog gemeint ist, freuen wir uns mit ihm. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr auch Dr. Eckart von Hirschhausen und Prof. Dr. med. Franz Porzsolt.

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