Forscher müssen für sechs Jahre ins Gefängnis, weil sie nicht ausreichend vor dem Erdbeben in L’Aquila am 6. April 2009 gewarnt haben sollen. 309 Menschen kamen dabei ums Leben. Drei Jahre später werden die Forscher wegen Totschlag verurteilt. Wissenschaftler und Medien kiritisieren das Urteil heftig: “Nach dieser Logik könnte man tagtäglich Meteorologen verurteilen, wenn sie Sonnenschein, Hagel oder Schnee nicht richtig vorhersagen. Und dabei lässt sich das Wetter im Vergleich zu Erdbeben sogar noch recht genau prognostizieren”, heißt es etwa auf “Zeit Online“.
Eine der wenigen Gegenstimmen kommt von dem Gastblogger David Ropeik bei “Scientific American”. Er hält das Urteil nicht für einen Skandal. Aus seiner Sicht hätten die Forschenden die Verantwortung gehabt, die Erbebenrisiken besser zu kommunzieren.
Open Access, US-Wahlen und Papp-Räder
Wissenschaftliche Arbeiten werden immer häufiger kostenlos und frei zugänglich veröffentlicht. Warum der Aufstieg von Open Access nicht mehr aufzuhalten ist erklärt der Biologieprofessor Stephen Curry in seinem Blog. Breit diskutiert wurde und wird das Thema bei der “Open Access Week”. Eine der Podiumsdiskussionen in
Berlin mit Beteiligung des Wissenschaftsverlags Elsevier hat Matthias Fromm in seinem Liveblog dokumentiert.
Open-Access-Strategien für Wissenschaftseinrichtungen stehen im Paper der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, auf das Beatrice Lugger verweist. Ein vielbeachtetes Plädoyer haben Christian Heise und Mercedes Bunz veröffentlicht: Mehr Offenheit sehen sie als “Motor für Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft”.
Statistik und warum man die eigene Stimme vom Anrufbeantworter nicht mag, waren Themen vom Forschungsblog. Die Statistik zeigt Überraschendes über die US-Präsidentschaftskandidaten und dass nur die
richtige Stimme für genügend Wählerstimmen sorgt: „Knapp 80 Prozent empfanden den Kandidaten mit der tieferen Stimme als dominanter…“ Die Stimme, aber auch Körpersprache oder biographische Hintergründe entscheiden mit über Sieg oder Niederlage bei Wahlen - zumindest bei einzelnen TV-Duellen.
Das Mikroskop-Bild des Jahres – für Nicht-Fachleute nicht erkennbar – ist die Blut-Gehirn-Schranke eines lebenden Zebafisch-Embyros. Die Bildstrecke der diesjährigen Top 20 fasziniert, weil Details mit bis zu 1.500-facher Vergrößerung ganz groß werden.


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