Thema der Woche: Begeistert Technik und Wissenschaft?

Workshop mit Kindern im Rahmen des Projekts 'Shaping Future'

Wer will Ingenieur oder Ingenieurin werden? Wer interessiert sich für eine Karriere in der Wissenschaft? Im Duchschnitt nur 5 % aller Mädchen laut OECD und immerhin 18 % der Jungen. Vieles wird getan, um Jugendliche für technische und wissenschaftliche Berufe zu begeistern. Sogar Spielfilme, die Simpsons und Comedy leisten hier einiges, was auf einer internationalen Konferenz in Berlin in dieser Woche diskutiert wird.

Liegt es am mangelnden Können, dass sich Mädchen weniger für technische Berufe interessieren? An einer “angeborenen Geschlechterdifferenzierung” kann es nicht liegen, wie der Scienceblogger Jürgen Schönstein anhand einer Infografik der New York Times belegt. In einem international durchgeführten “Science Exam” schnitten Mädchen weltweit in mehr Ländern besser ab als Jungen (Daten: Pisa Studie 2009.
470.000 SchülerInnen aus 65 Ländern nahmen daran teil.) Nicht zuletzt diese Ergebnisse sind für Schönstein ein Grund, die Haltung “Wissenschaft und Technik ist nichts für Mädchen” aufzugeben. Aus seiner Sicht müssen wir “eigentlich nur aufhören, das wissenschaftlich-technische Interesse der Mädchen und Frauen zu dämpfen.”

Dass sich Begeisterung und Faszination leicht wecken lässt, zeigte auch ein ungewöhnlicher Fraunhofer-Workshop. (Siehe Bild oben.) Als Teil des Projekts “Shaping Future” konnten im letzten Jahr Schüler und Schülerinnen ihre Vorstellungen und Wünsche zu dem Thema Mensch-Maschine Kooperation einbringen. Fragen waren z. B. Wie weit soll Technik im oder am Körper des Menschen unterstützen? “Am Morgen nach dem ersten Workshop gingen mir Ideen und Visionen durch den Kopf. Es ist wichtig, dass man sich zukünftige Herausforderungen als machbar vorstellt und als wünschenswerte Ergebnisse,” kommentierte ein Workshop-Teilnehmer das BMBF gefördete Sondierungsprojekt.

Wie schnell sich Kinder faszinieren lassen, hat auch der Wissenschaftsblogger Florian Freistetter erlebt und zwar hautnah. Nach seinem Vortrag über Astronomie an einer Grundschule gab es Post mit Selbstgemaltem. Sein Eindruck:”Ich finde es ja schön, dass doch viele Kinder motiviert sind, selbst irgendwas zu tun. Ein großes Teleskop bauen oder das ‘größte Raumschiff der Welt’. Zu den Galaxien fliegen oder schnelle Raketen konstruieren.”

Stadtplanung

Der Podcast-Pionier Tim Pritlove spricht in der 200. Folge seines Flaggschiffs mit dem Namen “CRE” (“Technik, Kultur, Gesellschaft”) mit dem Architekt und Stadtplaner Thomas Stellmach. Thema: Stadtentwicklung. Historisch gesehen und im Hinblick auf zukünftige Herausforderungen vom Urban Gardening bis hin zur Frage, wie eine Stadt aussehen muss, damit Innovationen entstehen können. Auch zwölf Fraunhofer-Institute mit unterschiedlicher wissenschaftlicher Ausrichtung haben sich in der Initiative “Morgenstadt” mit der Stadt der Zukunft beschäftigt.

Drohnen

Einzelne Menschen aus 2.500 Metern Höhe beobachten? Eine Drohne mit einer 1,8 Gigapixel Kamera kann das. Die Technik der Drohnen wird immer ausgereifter. Da künftig auch die Bundeswehr bewaffnete Drohnen bekommen soll, wurde in der vergangenen Woche über den Einsatz dieser Technologie und ihre Folgen diskutiert: “Die Einsatzschwelle wird damit gesenkt und es ist eine vergleichbar leicht einzusetzende Waffe in technischer Hinsicht, aber vor allen Dingen auch in politischer Hinsicht”, kommentiert Dirk Müller. Er ist Sicherheitsexperte und Politikwissenschaftler bei der Stiftung Wissenschaft und Politik.

27,7 Millionen Mal Super Bowl

Dass der Superbowl in Amerika ein riesiges Medienereignis ist, ist nichts Neues. Neu ist, dass die öffentliche Diskussion darüber zunehmend im Netz stattfindet: Über 27 Millionen öffentliche Tweets thematisierten das Spiel zwischen den Baltimore Ravens und den 49ers. Ein neuer Kommentar-Rekord – auch weil immer mehr Menschen während des Fernsehguckens mit Tablet oder Smartphone im Netz surfen. Es wundert also nicht, dass Twitter Bluefin Labs übernommen hat, nachdem diese als Big Data Analysten ihren Fokus auf Social-TV richten. Das Ziel von Twitter: Besser verstehen, was der weltweite Schwarm zwitschert.

Rex, die Menschmaschine

Als in dieser Woche “Rex” vorgestellt wurde, gab es ein breite Mischung an Reaktionen von Faszination bis hin zu Grauen. Der “bionische Mensch” entstand in der Fernsehsendung “How To Build A Bionic Man.” Die Forscher verwendeten Körperteile und Organe, die heute schon künstlich hergestellt werden können. Manche davon sind Prototypen, andere längst im medizinischen Einsatz. Für uns auf dem Forschungs-Blog ein Anlass, das Thema “bionischer Mensch” demnächst unter die Lupe zu nehmen.

Kostbar und älter als Erde und Sonnenstystem: Helium

Dass irdisches und kosmisches Helium nichts miteinander zu tun haben, stellt Andreas Müller gleich zu Beginn seines Artikels klar, um danach die vielen Facetten dieses Urstoffs zu beleuchten.

In den Kommentaren könnt ihr gern eure Links zu interessanten Artikeln posten.

1 Antwort

  1. 5.11.2012 in KölnAgrarpolitisches Forum Nachhaltig wirtschaften! Berufsausbildung in Grünen Berufen an aktuelle Herausforderungen anpassen! Die Berufsausbildung in der Landwirtschaft und anderen Grünen Berufen ist derzeit nicht so ausgerichtet, dass junge Menschen ausreichend befähigt werden, eine nachhaltige und multifunktionale Landwirtschaft zu betreiben.Das ist die Überzeugung in vielen Verbänden des AgrarBündnisses.Es ist notwendig, darüber nachzudenken, wie diese Situation verändert werden kann.Mit unserem Agrarpolitischen Forum möchten wir in unseren Verbänden und darüber hinaus eine Debatte anstoßen und überlegen, welche Aktivitäten nötig und möglich sind.