Auf dem Fahrrad-Highway gesund zur Arbeit

Radfahren ist gesund und schont die Umwelt. Zumindest im Idealfall. Wer sich in deutschen Großstädten schon mal auf dem Fahrrad durch den Autoverkehr gekämpft hat, ist vielleicht anderer Meinung. Radfahrer und Autos müssen sich die Straße oft teilen, zum beiderseitigen Nachteil. Kein Wunder, dass viele dann doch wieder lieber mit dem Auto fahren. Mit dem steht man dann zwar oft im Stau, dafür hat man es aber zumindest bequemer. In Dänemark ist die Ausgangslage anders. Hier wurde kürzlich eine eigene “Schnellstraße” nur für Radler eröffnet. Auf dem “Cykelsuperstier C99″ kann man abseits der Straßen auf einem gut ausgebauten Weg durch die Stadt fahren. Die Ampel sind auf die Bedürfnisse und Geschwindigkeit der Radfahrer abgestimmt, es gibt kaum Kreuzungen und man kommt zügig vorwärts. 35 Prozent der Kopenhagener fahren täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit und auf den speziell angelegten Wegen ist das auch problemlos möglich und fördert tatsächlich die Gesundheit. Die Politiker in Dänemark wollen noch 26 weitere Fahrrad-Schnellstraßen bauen und versprechen sich dadurch Einsparungen im Gesundheitsbereich von 40 Millionen Euro pro Jahr! Wer oft mit dem Fahrrad fährt, stärkt sein Herz-Kreislauf-System und senkt das Risiko eines Herzinfarkts (und die damit verbundenen teuren Behandlungen). Andere Länder sollten sich daran ein Beispiel nehmen – solche Fahrradwege könnte man auch in Deutschland gut gebrauchen:

C99 Albertslundruten – Politiken from cykelsuperstier on Vimeo.

Florian Freistetter

Florian Freistetter ist Astronom. Er promovierte am Institut für Astronomie der Universität Wien und hat danach an der Sternwarte der Universität Jena und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg gearbeitet. Zur Zeit lebt er in Jena, arbeitet dort an der Dynamik der extrasolaren Planeten, ärgert sich mit den Details der DFG-Antragstellung herum und bloggt über Wissenschaft.

6 Antworten

  1. Anonymous

    Haben Sie das Video eigentlich angeschaut, bevor Sie es hier eingebunden haben? Die Aussage, man könne auf dieser Cykelsuperstier “abseits der Straßen auf einem gut ausgebauten Weg durch die Stadt fahren”, ist offensichtlich falsch. Das Video zeigt von Minute 3:38 bis 4:07, wie der Weg hier mitten auf einer Straße entlangführt, auf der nicht einmal ein eingener Radweg aufgezeichnet ist. Von 4:07 bis 4:46 und dann nochmal von 5:15 bis zum Ende geht die Fahrt über einen Radweg, der auf eine Straße aufgezeichnet ist oder auf dem Bürgersteig direkt neben einer Straße entlangführt. Einen eigenen Fahrrad-Highway “abseits der Straßen” gibt es offenbar nur außerhalb des Kopenhagener Stadtkerns.

    • Man kann auf diesem Radweg durchaus “abseits der Straße” fahren. Das man das durchgängig machen kann, wurde im Artikel ja auch nicht behauptet. Und im Vergleich mit den typischen Radwegen in deutschen Städten, die ja tatsächlich oft nur aus einer Spur auf der Straße bestehen ist der Weg in Kopenhagen eine deutliche Verbesserung.

  2. Rainer K.

    In den Niederlanden ist die Entwicklung viel weiter fortgeschritten. Man macht dort allerdings nicht so viel Marketing/Propaganda wie in Kopenhagen.
    Ein Beispiel ist der neue Fahrradkreisverkehr in Eindhoven. Siehe: https://bicycledutch.wordpress.com/2012/08/23/spectacular-new-floating-cycle-roundabout/

  3. Pingback: Der längste Autobus der Welt | Forschungs-Blog

  4. Jan Kauff

    Vielen Dank für die interessanten Links. Der Fahrradkreisverkehr hat mich schwer beeindruckt.
    Ergänzend zur C99 hier noch ein weiterer Erfahrungsbericht, der neben den neusten Errungenschaften in Kopenhaven auch interessante Kennzahlen zwischen Deutschland und Dänemark aufgestellt hat.
    http://www.plantacionesedelman.com/erfahrungsbericht-als-radfahrer-in-kopenhagen/

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